2016 - Die kleine Bonsaiwerkstatt

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2016

Archiv
 

Januar

Fächerblattbaum            Gingkobiloba

Der Gingko ist eine der wenigen laubabwerfenden Koniferen und das einzigste überlebende Mitglied einer in prähistorischer Zeit häufigen Baumfamilie.
Der ursprünglich aus China stammende, entwicklungsgeschichtlich uralte Baum gilt als „lebendes Fossil“ einer ausgestorbenen Gruppe. Wird als Zier- und Straßenbaum in der ganzen Welt angepflanzt. Am natürlichen Standort kann er Höhen von über 30 m und einen Stammdurchmesser von mehreren Metern erreichen.

Als Bonsai ist der optimale Standort sonnig bis halbschattig.
Das Substrat sollte gute Drainageeigenschaften aufweisen, gut eignet sich eine 1:1:1- Mischung aus Akadama, Lavasplit und Torf-Kokosfaser.
An das Gießwasser werden keine besonderen Ansprüche gestellt.
Der Gingko sollte frostfrei während der Überwinterung gehalten werden.
Der Rückschnitt kann auch während des Winters oder vor dem Austrieb im Frühjahr erfolgen.
Wenig anfällig für Schädlinge.






Eigentum                  Die kleine Bonsaiwerkstatt
Höhe                         70 cm
Schale                       Tokoname
Foto                           Bastian Busch
Gestaltet                    seit 1996


Februar


Der Gemeine Wacholder    Juniperus communis

Als Bonsai eignet sich der Gemeine Wacholder wie kaum ein anderes heimisches Gehölz zur Gestaltung von großen und dramatischen Totholzpartien. Wegen seiner stechenden Nadeln ist der Baum jedoch nicht so leicht zu bearbeiten. Auf Dauer kommt kein engagierter Bonsai-Gestalter an ihm vorbei.
Bild
Wie auch in der Natur liebt der Gemeine Wacholder als Bonsai einen sonnigen Stand-ort. Wacholder, die das ganze Jahr im Schatten stehen, kümmern und werden anfällig für Schädlinge. Im Halbschatten entwickeln sie sich dagegen zufriedenstellend. Er liebt es, mehrmals übersprüht zu werden.
An das Gießwasser werden keine besonderen Ansprüche gestellt. Er verträgt kurz-zeitig auch Trockenheit.
Der Baum wächst in allen Substraten mit guten Drainageeigenschaften. Eine befrie-digende Entwicklung erfolgt nur bei guter Düngung. Vom Frühjahr bis zum Herbst sollte gleichmäßig und kräftig gedüngt werden.
Der Gemeine Wacholder ist als Bonsai sehr frostfest. Wenn es frostfrei gehalten wird, wächst er während wärmeren Phasen auch im Winter weiter.
Das Drahten kann während des ganzen Jahres hindurch geschehen. Sollte im Winter gedrahtet werden, müssen die Bäume unbedingt frostfrei stehen.



Eigentum          Die kleine Bonsaiwerkstatt
Höhe ca.           55 cm
Schale Jürgen Hilken
Foto                  Volker Einbock
Herkunft            Yamadori
Gestaltet seit     2010      

                                                                                         
März

ÖSTERREICHISCHE SCHWARZKIEFER
Pinus Nigranigra

Die Schwarzkiefer, eine zweinadelige Kiefernart, zeichnet sich durch sehr kräftige,
relativ lange, dunkelgrüne Nadeln, die 4-5 Jahre am Baum bleiben aus. Im Alter hat
sie eine grob-borkige Rinde. Alle Pflanzenteile sind kräftiger als bei der Waldkiefer,
der Austrieb ist in der Regel kürzer und dadurch gedrungener.

Als Bonsai sollte der Standort möglichst sonnig gewählt werden, auch starker Wind
wird vertragen. Äste, wie bei allen Kiefern, sterben ab, wenn sie nicht genügend
Sonne bekommen.

Beim Substrat ist eine gute Wasserdurchlässigkeit sehr wichtig. Die Mischung kann
aus Lavegranulat, Bimskies und Akadama verwendet werden.

Ein Umpflanzen kann bereits ab Ende August erfolgen, wenn die diesjährigen Nadeln
ausgereift sind.

Überwintert wird im Garten, indem man den Ballen ohne Schale an einer hellen, aber
schattigen Stelle in die Erde senkt. Auf dem Balkon kann der Ballen in eine Kiste mit
Torf-Sandgemisch eingesetzt werden.

Kräftige Nährstoffgaben ab September sorgen für starkes Dickenwachstum.

Die Schwarzkiefer sollte erst im Spätherbst oder Winter gedrahtet werden, da die
neuen Nadeln sehr lange brauchen bis sie ausgehärtet sind.






Eigentum         Die kleine Bonsaiwerkstatt
Höhe               40 cm
Schale             China
Foto                Volker Einbock
Herkunft          Yamadori
Gestaltet         2009

April


Die Europäische Lärche         Larixdecidua

Die Europäische Lärche, Baum des Jahres 201^2 in Deutschland, verdankt ihren Namen den
einjährigen Nadeln (lat. decidua = abfallend). Lärchen können bis zu 40 m hoch werden.
Der ursprünglich im Hochgebirge beheimatete Baum ist in vielen Teilen Europas eingebürgert
und forstwirtschaftlich von größter Bedeutung.
Als Bonsai gelten sämtliche Lärchenarten als die pflegeleichtesten Gehölze und lassen sich in
fast alle klassischen Stilarten formen, wobei die Natur das Vorbild gibt.
Lärchen benötigen einen sonnigen, aber auch luftigen Standort. Sie vertragen keine große Hitze.
Hohe Luftfeuchtigkeit fördert ihre Entwicklung, öfters mit Wasser besprühen.
Lärchen wollen gleichmäßig feucht stehen.
Der Lärchen-Bonsai ist frostfest. Bei frisch bearbeiteten Pflanzen, ist es besser, wenn sie frostfrei
gehalten werden.



Eigentum             Die kleine Bonsaiwerkstatt
Höhe                   ca. 60 cm
Schale                 Steinplatte
Foto                    Bastian Busch
Herkunft              Yamadori
gestaltet seit       2002

Mai

APFELBAUM  Malus spec.

Apfelbäume als Bonsai sind sehr beliebt und ziehen mindestens zweimal im Jahr
die Aufmerksamkeit auf sich, einmal zur Blüte im späten Frühjahr und dann wieder
zur Fruchtreife im Herbst.
Der Apfel als Bonsai ist in der Pflege recht einfach und verzeiht Pflegefehler.

Als Standort liebt er einen sonnigen bis halbschattigen und luftigen Platz.

Das Pflanzsubstrat sollte ein hohes Wasservermögen besitzen. Eine Mischung
aus Akadama, Bims-Lavagranulat und TKS 1 (1:1:2) wird allen Ansprüchen gerecht.

Apfelbäume vertragen Frost bis ca. -10°C ungeschützt.

Das Düngen erfolgt mit organischen Dünger, für die Entwicklung der Früchte darf
beim Düngen nicht gespart werden. Viele Früchte hemmen das Wachstum. Deshalb
sollten einige Früchte entfernt werden, wenn man den Zuwachs fördern will.

Abmoosen ist sehr leicht möglich und bei Jungpflanzen ein geeignetes Mittel zur
Erreichung schöner Wurzelansätze.

Der Apfelbonsai ist der geeignete Anfängerbaum.



Eigentum   Christophe Delannoy
Höhe         30 cm
Alter          ca.10 Jahre
Foto          Volker Einbock
Herkunft    Baumschule

Juni

Gewöhnliche Traubenkirsche
Prunuspadus

Die Traubenkirsche ist ein sommergrüner, frostharter Baum, der eine maximale Höhe von 20 m und ein Alter von etwa 60 Jahren erreichen kann.
Die Art kommt meist auf frischen und feuchten, humusreichen Böden, besonders in Auwäldern und an Flussläufen vor.
Als Bonsai ist ein halbschattiger Standort ideal.
Die Traubenkirsche sollte gleichmäßig feucht gehalten werden. Kurzzeitige Trocken-heit wird mit Blattabwurf beantwortet.
Als Pflanzsubstrat hat sich eine Mischung aus Akadama, Lava-Bimsgranulat und Torf-kultursubstrat (TKS 1) bewährt.
Aufgrund der hohen Salzempfindlichkeit sollte nur organischer Dünger verwandt werden.
Im Winter sollte die Traubenkirsche bei Temperaturen von unter -10 °C geschützt werden.
Eigentlich ist die Traubenkirsche als Bonsai sehr selten anzutreffen und wenn, dann meist in der frei aufrechten Form.



Eigentum:       Sammlung Alfred Kostka
Höhe               ca. 80 cm
Schale             Jürgen Hilken
Alter                ca. 30 Jahre
Herkunft          Yamadori
Foto                Volker Einbock

Juli

Dreispitz – Ahorn      Acer buergerianum

Dieser in Ostasien beheimatete, sommergrüne Laubbaum kann am natürlichen Standort eine Höhe von bis zu 20 m erreichen.     
Vom glatten Stamm löst sich die Borke in unregelmäßigen Platten ab. Die auf der Oberseite dunkelgrünen, glänzenden und dreilappigen Blätter färben sich im Herbst orange bis dunkelrot.
Standort: Als Bonsai werden sonnige bis halbschattige als Standort bevorzugt. An windigen Stellen wird das Laub derber und widerstandsfähiger.

Wasser: Das Pflanzsubstrat sollte gleichmäßig feucht gehalten werden. Auf kurzzeitige Trockenheit reagiert der Baum mit dem Abwurf der Blätter. An das Gießwasser stellt er keine besonderen Ansprüche.

Pflanzsubstrat: Viele verschiedene Mischungen sind als Pflanzsubstrat im Gebrauch, auch pures Akadama, senn während der Vegetationszeit kräftig gedüngt wird.

Dünger: Organischere Dünger ist mineralischen Dünger vorzuziehen.
Überwinterung: Den Wurzelballen keinen Temperaturen unter -5° C aussetzen.

Gestaltung: Wird sehr oft in der Frei aufrechten Form gestaltet; mehrstämmige Stile oder die Waldform eignen sich ebenfalls sehr gut.
Rückschnitt: Bei Jungpflanzen wird der erste Austrieb des Jahres ab einer Länge von 10 cm zurückgeschnitten; die darauffolgenden Austrieb werden ebenso wie reife Exemplare ganzjährig pinziert.

Drahten: Wegen der empfindlichen Rinde und dem starken Dickenwachstum muss sehr vorsichtig gedrahtet werden und den richtigen Zeitpunkt des Entdrahtens darf man nicht verpassen.




Eigentum    Die kleine Bonsaiwerkstatt
Höhe           ca. 20 cm
Alter            15 Jahre
Foto            Volker Einbock
Herkunft     Japan



August


Japanischer Fächerahorn    Acer palmatum

Dieser asiatische, feingliedrige und sommergrüne Laubbaum wird in Japan seit Jahrhunderten als Bonsai gestaltet und zählt auch bei uns zu den Klassikern. Er gehört zu den für die Bonsai-Gestaltung besonders gut geeigneten Bäumen. Es gibt  zahlreiche Zuchtformen, die sich in der Blattform und Blattfarbe, sowie in ihrem Wuchsverhalten unterscheiden. Sie werden regelmäßig als Jungbonsai aus Japan und China nach Europa importiert.
Standort: Er sollte hell und luftig aufgestellt werden; volle Sonne wird vertragen, wenn die Temperatur nicht über 30° C steigt.
Das Pflanzsubstrat sollte gleichmäßig feucht gehalten werden, möglichst Regenwasser verwenden.                                                                
Eine Mischung aus Lava, Bims, Akadama und Kokoserde im Verhältnis 1:1:2:4 hat sich gut bewährt.
Wegen hoher Salzempfindlichkeit sollte ausschließlich mit organischen Dünger versorgt werden.
Der Fächerahorn verträgt zwar untere Minusgrade, sicherer ist aber ein frostfreies Winterquartier.
Draht hinterlässt auf der empfindlichen Rinde schnell Druckstellen, deshalb sollten nur junge Triebe gedrahtet werden.
Die Technik des Abmoosens lässt sich bei diesem Gehölz besonders gut anwenden.







Eigentum  unbekannt
Höhe         70 cm
Alter          ca. 30 Jahre
Foto          Volker Einbock
Herkunft    Import Japan

September


SPEIERLING  Sorbusdomestica

Dieser bis 20 m hohe, ausladende Baum ist in Süd- und Osteuropa heimisch. Seine Rinde ist rissig, die Blätter bestehen aus 13 bis 21 gezähnten Fiedern. Sie ähneln sehr denen der Eberesche. Die 2,5 cm langen, bräunlichgrünen Früchte mit rosa Schimmer sind leicht birnenförmig und können vollreif verzehrt werden.

Als Bonsai sollte der Speíerling sonnig bis halbschattig aufgestellt werden.
Der Speierling kann gleichmäßig feucht gehalten werden, verträgt aber auch kurzfristig Trockenheit.
Eine grobkörnige Mischung mit gleichen Anteilen von Akadama, Bims-Lava-Granulat und TKS 1 ist das richtige Pflanzsubstrat, das mindestens alle drei Jahre erneuert werden sollte.
Mit organischen Dünger sollte kräftig gedüngt werden.
Temperaturen bis -5° C sind für den Baum kein Problem. Wenn es kälter wird, sollte er in einem geschützten Raum gestellt werden.




Eigentum      Die kleine Bonsaiwerkstatt
Höhe ca.      45 cm
Alter   ca.      28 Jahre
Foto              Volker Einbock
Herkunft        Jamadori



Oktober


Fuchsie   Fugsiamagellanica



Dieser aus Chile und Argentinien stammende, kräftige, aufrechte Strauch wird bis zu 3 m hoch. Die hängenden, roten Röhrenblüten mit roten Kelchblättern und violetten Blütenblättern erscheinen im ‚Sommer über einen langen Zeitraum.
Als Bonsai ist die Fuchsie selten antreffen.
Sie benötigt ein feuchtes, durchlässiges und fruchtbares Substrat.
Als Standort bevorzugt die Fuchsie einen sonnigen oder halbschattigen Platz. Ein Schutz gegen starke Winde und übermäßigen Sonneneinfluss ist sinnvoll.
Ein frühzeitiges Abknipsen und Beschneiden  nach der Blüte begünstigt die Form und Blütenpracht. Vermehrung durch Stecklinge und Samen.
Auf weiße Fliege, Spinnmilben, Rost und Grauschimmel ist zu achten.




Eigentum     Sammlung Thomas Pfeffer
Höhe            ca. 25 cm
Alter             seit 4 Jahren in Gestaltung
Herkunft       Steckling
Foto             Volker Einbock          


November

Japanische Eibe         Taxus cuspidata

In Ostasien beheimatet, erreicht der immergrüne, zweihäusige Nadelbaum eine Höhe von ca. 15 m. Die glatt rotbraune Rinde kann in Schuppen abblättern. Die im Austrieb rötlichbraunen, unregelmäßig zweizeilig angeordneten, bis 3 mm breiten, im Sommer dunkelgrünen Nadeln, verfärben sich im Winter an der der Sonne zugewandten Seite rotbraun. Sie sind, im Gegensatz zu den Nadeln der Europäischen Eibe, am eigentlich stumpfen Ende mit einer feinen Spitze versehen.

Die Japanische Eibe liebt einen halbschattigen bis sonnigen Standort. An sonnigen Standorten ist eine ausreichende Wasserversorgung wichtig.
Das Pflanzsubstrat kann aus Akadama und Gesteinsgranulat bestehen. Bei Staunässe reagiert die Eibe empfindlich, die fein verzweigten Wurzeln sterben schnell ab.
Bei dem verhältnismäßig langsamen Wachstum kann ein akzeptables Dickenwachstum nur durch kräftiges Düngen erreicht werden.
Für die Gestaltung sind Jins und Sharipartien sehr beliebt.
Ab – 5° C sollt die Eibe geschützt – auch vor Sonne – aufgestellt werden.
Der weibliche Baum entwickelt zahlreiche beerenähnliche rote Früchte. Alle Pflanzenteile bis auf das Fruchtfleisch sind giftig.




Eigentum       Sammlung Udo Wollenhaupt
Höhe              ca. 20 cm
Alter               ca. 40 Jahre
Foto               Volker Einbock
Herkunft         Import Japan

Dezember

Pfaffenhütchen Euonymuseuropeaalatus

Der sommergrüne, einhäusige Strauch oder kleine Baum erreicht eine Höhe von 2 bis 6 m. Er ist außer in Europa auch in Kleinasien im Kaukasus anzutreffen. Das Holz des Pfaffenhütchens, wurde früher für feinere Schreiner- und Drechselarbeiten verwendet.
Die grünlichen, vierkantigen Äste sind manchmal mit kräftigen Korkleisten versehen. Die weißen Samen sind von einer orangefarbenen, ledrigen Haut überzogen.Das Pfaffenhütchen ist in Laubmischwäldern, in Auwäldern, an Waldrändern und in Hecken zu Hause.
Als Bonsai kann das Pfaffenhütchen sonnig bis halbschattig aufgestellt werden. Auf ausreichende Bewässerung an heißen und windigen Tagen ist zu achten.
An das Pflanzsubstrat werden keine besonderen Ansprüche gestellt. Hier kann eine Mischung aus Lava-Bims-Granulat, Akadama und TKS 1 im Verhältnis von 1:1:1 verwendet werden.
Eine kräftige Düngung während der Wachstumsperiode sorgt für eine schnelle Entwicklung.
Das Pfaffenhütchen ist frostfest. Ungeschützt kann es Temperaturen unter -12° C ohne Schaden überstehen.




Eigentum      Sammlung Thomas Pfeffer
Höhe             ca. 50 cm
Alter              ca. 16 Jahre
Herkunft        Jamadori
Foto              Volker Einbock












 
 
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